Was die Fotografie für mich ist

….. und kann. Und soll. Oder so.

Vorweg : ich bin hauptberuflich freie Hebamme und diesen wichtigen Punkt in meinem Leben möchte ich nicht missen. Denn besonders die Hebammenarbeit hat mich dahin gebracht, wo ich nun in der Fotografie stehe. Mit beiden Beinen auf dem Boden und mit dem Wissen was ich kann und was ich nicht kann.

Es gibt viele Menschen, die schöne Bilder machen können. Technisch einwandfrei. Doch für mich bedeutet die Fotografie etwas anderes. Etwas was nicht mit einwandfrei und Perfektionismus zutun hat.

Hauptsächlich fotografiere ich Menschen. Viele Menschen. Kleine Menschen. Große Menschen. Gruppen von Menschen. Menschen mit Hunden. Menschen mit Hobbies. Menschen mit ihrer großen Liebe im Arm. All diese Menschen haben völlig andere Erwartungen, Wünsche und auch Sorgen. Im Leben. Beim Shooting. Die gilt es für mich benennen zu können und den/die Jenige durch einen Nachmittag zu begleiten, der nur eins vermittelt : Hier darfst du, du selbst sein.

Hier darfst du ein Doppelkinn haben. Hier dürfen deine Augen auf Halbmast stehen und deine Haare wild durch die Gegend wehen. Nicht immer sind das die Bilder, die die Person von mir bekommt, sondern es ist ein Gefühl, dass ich den Menschen versuche mit auf den Weg zugeben : Du bist genug. Du bist großartig in all den Facetten wie es dich gibt.

Das Zeigen meiner bereits entstandenen Bilder, während des Shootings, ist mir sehr wichtig. Ich lasse niemanden doof aussehen. Die Bilder mit dem Doppelkinn überspringe ich. Ich portraitiere Menschen, wie sie sind. Von ihrer schönsten Seite ohne, dass sie Stunden lang in deiner Position verharren müssen.

Fotografie bedeutet für mich mit einer Person eine intensive Zeit zuverbringen. Sie ein wenig kennen zu lernen und stets respektvoll mit meiner Aufgabe umzugehen, denn es zeigt sich mir ein Mensch nicht nur in Pixel, sondern mit all dem was da hinter steckt. Das gehört gut gehütet.

Fotografie bedeutet für mich, dass Menschen glücklich nach Hause fahren und an Stunden zurück denken, die gut für sie waren. Die ihnen vielleicht sogar Kraft und Energie gegeben hat. Fotografie bedeutet für mich, den Menschen so zu zeigen wie ich ihn liebevoll durch meiner Kamera betrachte.

Und das ist es was ich so am Fotografieren liebe : die Kraft, die Nähe und nie nur eine/einer von Vielen zu sein, sondern voll und ganz da zu sein. Für jemand anderen. Mit Ohren, Augen, Schultern und Worten.

Nun merke ich, dass dies hier eine Liebeserklärung an die Fotografie geworden ist. War nicht so gedacht aber gemacht.

 

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