Camping Urlaub mit Hund

Zwischen Vorstellungkraft und Realität

 

Diejenigen unter euch, die mir auf Instagram folgen, wissen es schon: ich war im Urlaub. Mit Herbert (Golden Retriever, 3 Jahre) und mit der kleinen Loki (Mischlingshündin, 3 Jahre)

Wir waren mit dem kleinen Wohnanhänger in Frankreich, in der Provence, dort blieben wir etwa eine Woche, in der wir Rast gemacht haben, wo es uns gefiel, und dann sind wir langsam wieder zurückgeurlaubt. Das ist ja das Schöne am Reisen mit Wohnwagen. Auch die Hin- und Rückfahrt sind schon Urlaub, wenn man es richtig anstellt. Jedenfalls bedeutete das für uns (mein Ehemann durfte auch mit 😉 ) – viel Auto fahren. Genauer gesagt sind wir in 14 Tagen 2960 km gefahren.

Bevor wir losfuhren, machte mir das keine Sorgen. Unsere Hunde lieben Autofahren zwar nicht, aber sie beschweren sich auch nicht. Die Wettervorhersage wollte uns glauben lassen, dass es etwa 25-27°C werden würde.

 

Also fuhren wir los. Erster Tag : 400 km. Alles easy. Schön frisch mit knapp 16°C, die Hunde gut drauf, der erste Campingplatz leer. Wiese zum Rennen. Kühe zum Gucken. Wir fuhren am nächsten Morgen weiter.

Campingplatz Nummer 2, kaum besucht, viel Wiese, genügend Platz zum Rennen. Temperatur 25°C. Die Hunde sprangen in den See – jedenfalls Herbert. Loki entdeckte das vorsichtige Planschen für sich. Man beachte jedoch: Das Fell eines Golden Retrievers braucht sehr, sehr, sehr lange zum Trocknen. Die Scheiben des Wohnwagens mussten dies auch erfahren.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter. Campingplatz Nummer 3. 34°C. Seeblick. Kein Lüftchen wehte. Herbert bekam Durchfall.

Von nun an wurde es nicht mehr kühler. Nur noch heißer. Herberts Durchfall dauerte eine Woche. Es aß und trank völlig normal – wir hatten keinen allzu großen Grund zur Sorge. Im Gegensatz zu Zuhause mussten wir deshalb aber auch nachts mit ihm raus. Teilweise zwei- bis dreimal. Das waren Momente, in denen ich mir meinen Garten wünschte.

Wir verbrachten nur die Nächte im Camper, da es tagsüber viel zu warm war, um sich dort aufzuhalten. Wir gingen spazieren, wir lagen urlaubsmäßig viel faul herum und irgendein Gewässer war meist in der Nähe für eine Erfrischung.

Wir wechselten alle ein bis drei Tage den Stellplatz. Herbert und Loki gingen immer widerwilliger in das Auto und am Ende mussten wir sie tatsächlich hineintragen.

Da wir in der Vorsaison unterwegs waren, waren die meisten Campingplätze noch nicht besonders voll und somit wurden wir nirgends abgewiesen, obwohl wir nie reserviert hatten.

Für die Hunde haben wir pro Nase und Tag zwischen einem und vier Euro bezahlt. Für den Fall, dass ihr auch mal solch einen Trip plant, kann ich euch die ADAC Camping App empfehlen (#nichtgesponsert).

Dort kann man in den Suchoptionen für einen Platz auch die Kategorie HUNDE ERLAUBT einstellen. Das macht so manches Suchen stressfreier. Außerdem gibt es auf einigen Plätze Rabatte.

 

In meiner Vorstellung habe ich mir den Urlaub wie folgt aus gemalt: Lavendel überall, schwimmen gehen, wildcampen, die Hunde laufen Stunden lang mit uns über prächtige Wildwiesen.

 

Die Realität sah ein bisschen anders aus: Lavendel, viel schwimmen, Campingplatz only, keine langen Spaziergänge möglich, weil AFFENHITZE, 24/7 Hunde am Bein

 

Tatsächlich habe ich im Vorfeld einige Dinge nicht eingeplant und das war zum Beispiel das – vorsichtig gesagt – recht gute Wetter. Der Asphalt glühte von Mittags bis kurz vor Sonnenuntergang und den Hunden war es in der Zeit kaum möglich, diesen schmerzfrei zu betreten. Deswegen waren wir immer auf schattige Plätzchen mit fließend Trinkwasser angewiesen.

Mein Mann und ich konnten auch nie zeitgleich duschen gehen, weil Loki partout nicht am Wohnwagen warten wollte und mit hysterischen Bellanfällen drohte.

 

Daheim stressen mich meine Hunde selten bis gar nicht. Das hat einen einfachen Grund: ich kann zum Arbeiten und Einkaufen das Haus verlassen und die Hunde in der (kühlen) Wohnung alleine lassen. Das war beim Camping nicht drin. Wo hätte ich die Hunde „parken“ sollen? Im Backofen namens Wohnwagen?

 

Aber jetzt Hand aufs Herz. Es war wunderschön. Na klar war es hier und da auch stressig, aber es war schön. Es war toll, meine Hunde bei mir zu haben. Zu sehen wie sie das Wasser genießen. Zu sehen wie tief ein Hund vor Erschöpfung schlafen und ihn nichts und niemand auf der Welt wach machen kann. Zwei nasse Hunde auf von Mücken zerstochenen Beinen liegen zu haben und dabei ein Glas Weißwein zu trinken, mit dem Blick auf einen See und die Berge: UNBEZAHLBAR.

Den ganzen Tag lang frische Luft einzuatmen und die Geräusche der Natur wahrzunehmen ist so viel besser, als einkaufen zu gehen. Ist viel besser als täglich im Restaurant zu sitzen.

Wenn der Campingkocher seine zarten Flammen flackern ließ und ich den Duft von Sonnenmilch und Roquefort in der Nase hatte, da wusste ich: ich möchte mit meiner kleinen Familie nie wieder anders reisen.

 

Traut euch. Es ist ein kleines Abenteuer.

 

 

 

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