Schwanger und was jetzt? Hebamme anrufen!

In letzter Zeit bekomme ich auf Instagram (@zaubertgut) oft die Frage gestellt, wann der beste Zeitpunkt ist, um sich um eine Hebamme zu kümmern.

Oft wir mir diese Frage jedoch nicht bevor es den positiven Schwangerschaftstest gibt gestellt, sondern meist nach den ersten zwölf Schwangerschaftswochen und genau dann beginnt der Punkt der kniffelig ist. In Deutschland herrscht ein Hebammenmangel – in den Kliniken wie auch was das freiberufliche Spektrum angeht. Nach der zwölften Woche werdet ihr vermutlich nur noch Anrufbeantworter hören und auf eure Bitte eines Rückrufs nur gähnende Stille vernehmen.

Also, was kann ich raten? Natürlich ist mein erster Impuls euch zu sagen, dass ihreuch  mit positiven Schwangerschaftstest bei einer Hebamme melden solltet. Und ja, ich rate es euch auch. Nachdem ihr den Resturin die Toilette hinutergespült habt und eurem Partner und/oder Familie/Freunden bescheid gegeben habt, dann sucht euch eine Hebamme. Eure Schwangerschaftsapp wird es euch leider erst deutlich später sagen.

In meinem Hebammenalltag melden sich die meisten Frauen zwischen der 5. bis 10. Schwangerschaftswoche, um eine Betreuung in Anspruch nehmen zu können.

Jetzt werden sich einige von euch fragen, ob es denn wirklich schon so früh sein sollte – wegen den besagten „kritischen“ 12 Wochen. JA!!! Undbedingt, denn die Hebamme ist genau wie der/die GynäkologIn DIE Ansprechspartnerin für die Schwangerschaft. Sie kann dich bereits bei den ersten Schwangerschaftsanzeichen beruhigenm, Tipps geben, dir Alternativen bei Übelkeit etc. anbieten. Aber neben all dem medizinischen Prozedere ist die Hebamme auch für dich da, was all deine Gedanken zur Schwangerschaft angelangt. Machst du dir Sorgen? Fühlst du dich überfordert? Musst du dich oft übergeben? Hast du Unterleibsschmerzen? Was sollte ich in Zukunft nicht essen oder trinken? Was ist, wenn das kleine Leben nicht bleiben will? Bei all diesen Fragen und nocht weitaus mehr, kann dich die Hebamme bereits in den ersten 12 Wochen unterstützen und dir beistehen. Was viele Frauen nicht wissen, dass Hebammen auch bei/nach Fehlgeburten begleiten.

Eine Aussage, die mich ebenso oft begleitet ist „Aber ich suche ja erst für die Zeit nach der Geburt eine Hebamme.“ Japp. Der Rat bleibt der Gleiche. Oben hatte ich erwähnt, wann sich die meisten Frauen bei mir melden und von diesen Frauen melden sich alle bereits für die Wochenbettbetreuung.

Meine Freundin hatte einfach eine Hebamme vom Krankenhaus, die dann nach Hause kam. Da hat die Freundin Glück gehabt und es freut mich, dass die Kollegin zu diesem Zeitpunkt die Betreuung annehmen konnte. Hebammen, die im Krankenhaus arbeiten, arbeiten größtenteils dort angestellt. Die Wochenbettbetreuung gehört jedoch zur freiberuflichen Arbeit, auf die das Krankenhaus keinen Einfluss hat. Das bedeutet, dass die Hebamme zum Teil angestellt (Schichtdienst/Krankenhaus) arbeitet und den anderen Teil freiberuflich verdient. Das sind zwei komplett getrennte Arbeiten. Das heißt, dass es passieren kann, dass die Hebamme im Krankenhaus keine freien Kapazitäten für die Nachbetreuung mehr hat, wenn du dein Kind dort bekommst.

 

Und ja, es gibt den Fall, dass Familien keine Hebamme finden, obwohl sie gerne eine hätten. In diesem Falle könnt ihr eine Unterversorgung melden

https://www.unsere-hebammen.de/mitmachen/unterversorgung-melden/

Für viele Frauen kann es hilfreich sein, wenn sie befreundete Familien fragen nach der Wahl der Hebamme. Ebenso gibt es in manchen Städten auch Hebammenlisten wie zum Beispiel in Bochum https://www.hebammen-in-bochum.de/html/hebammenliste.html Dort werden alle Hebammen gelistet z.B nach PLZ und Leistungen, die sie anbieten. Das kann eine große Hilfe bei der Suche sein. Vielleicht hat aber auch eure Frauenärztin/eurer Frauenarzt einen Tipp oder eine Hebamme, die seit Jahren in guter Zusammenarbeit steht.

Ich drücke jeder Frau die Daumen und hoffe so sehr, dass (berufs)politisch keine Familie allein sein muss, die eine Hebamme sucht.

 

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